Folk am Fierten

50 Instrumente im Wandel der Zeit (Bericht der NRZ)

Die NRZ berichtet in ihrer Ausgabe vom 22. Dezember 2008 über die 10. Auflage von Folk am Fierten:

Tradition ist eben Tradition, wie auch der vorweihnachtliche Frühschoppen von Pont Neuf, der in diesem Jahr seine zehnte Auflage erlebte.

Und die war nicht nur randvoll mit Musik, sondern auch mit einer Menge Humor und Spaß. Den hatten beide Seiten. Dabei wechseln die Musiker mit Leichtigkeit zwischen ihren zahlreichen, etwa 40 bis 50 Instrumenten, tauschen die Gitarre gegen Flöte, Drehleier, Dudelsack, Trommel oder irgendeinen anderen Gegenstand, mit dem sich Musik machen lässt. Mit Löffeln, zum Beispiel, oder dem Schneebesen auf einem Waschbrett aus den 20er Jahren. Genauso wandelbar wie in Instrumentenwahl und Musikstil erweist sich Pont Neuf in der Sprache: Deutsch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Spanisch.

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Folk am Fierten

Mit diesem Slogan wirbt die bekannte Dinslakener Folkband Pont neuf für ihr Vorweihnachtskonzert jedes Jahr zum vierten Advent um 11.30 Uhr – bis 2010 in der Gaststätte Holtbrügge, seither in diversen anderen Kneipen in Dinslaken.

Auch wenn sie es mit der Rechtschreibung hierbei nicht so ganz genau nehmen, sind die drei Folkmusiker dann sehr pingelig, wenn es um die Musik geht, die da zu hören sein wird. Thomas Baumann, der Kopf der Band: »Wer ›White Christmas‹ und kletternde Weihnachtsmänner sucht, hat bei Pont neuf Pech gehabt! Wir machen Musik aus 7 verschiedenen Jahrhunderten, singen in mindestens 7 verschiedenen Sprachen und begleiten das auf mindestens 17 verschiedenen – teils historischen – Musikinstrumenten. Melodien und Texte aus alten Zeiten von Advent bis zum Dreikönigsfest sollen genauso zu hören sein, wie deutsche Volksmusik, wie man sie im Musikantenstadl wohl nie zu hören bekommt: … nämlich echt!«

Genauso echt, wie die lebensfrohen irischen Trinklieder, die den Charme der Gruppe Pont neuf ausmachen, und die natürlich auch zu hören sein werden. Dargeboten wird das Ganze im Rahmen eines geselligen Folk-Frühschoppens, der nach mehrjähriger Tradition beim zahlreichen Publikum nun mittlerweile schon einen regelrechten Kultstatus hat.

Die Plakate zum Konzert kündigen die Veranstaltung bereits als »feierliches Jahresenddudeln und Saisonschlussleiern« an; sicherlich eine Anspielung auf die vielen verschiedenen Dudelsäcke und Drehleiern, die der passionierte Instrumentensammler und -spieler Baumann sein eigen nennt.

Wer nun denkt, dass das Ganze irgendwie doch nicht so ganz ernst zu nehmen sei, wird von Baumann schmunzelnd eines Besseren belehrt; »Kiloweise Kultur und massenhaft Besinnlichkeit« verspricht er.

Anlässlich eines Unplugged-Konzertes im ND-Heim im Jahr 1996 fanden sich das Dinslakener Folk-Urgestein Thomas Baumann, Volker B. und Stefan Lücking zusammen und in seiner heute immer noch aktuellen Besetzung wurde Pont neuf gegründet.

Zwischenzeitlich führte sie der gemeinsame musikalische Weg bereits zu Konzerten nach Italien, diversen Musik- und Kulturfestivals in Deutschland und den Niederlanden und immer wieder auch auf die Märkte und Bühnen des Niederrheins und seiner Umgebung. Dabei spielen sie am liebsten nicht weit oben auf irgendeiner Bühne sondern mitten in ihrem Publikum, auf der Straße oder – wie hier – in der Kneipe. Und wenn dort die Stimmung stimmt, dann wird schon mal gezaubert, Ausdruckstanz getanzt oder der ein oder andere Zuschauer auf nette Art und Weise hochgenommen.

Und so ist fest damit zu rechnen, dass auch in diesem Jahr am vierten Adventssonntag die drei Musikanten von Pont neuf mit ihrem sympathischen Auftritt wieder einen kunterbunten Klangteppich knüpfen, auf dem sich der ein oder andere Zuhörer spontan wiederfinden wird, wenn er mit irgendwelchen merkwürdigen Instrumenten in der Hand unerwartet am Geschehen teilnimmt.

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