Folk am Fierten

„Same procedure“, Pont Neuf

Bettina Schack berichtet über Folk am Fierten 2015 in der NRZ/WAZ vom 22.12.2015:

Jedes Jahr zu Silvester fragt Butler James seine Miss Sophie: „Same procedure es last year“ und so lautet die Gegenfrage bereits am vierten Advent: „Was sonst?“ „Folk am Fierten“, nur original mit den zwei „F“, steht für die Verlässlichkeit im Spontanen, der Reproduzierbarkeit des Chaos. Kurz gesagt, für Werte, nach denen Menschen das ganze Jahr suchen, um sie sich in der Zeit, in der man sich fragt, wo wieder ein Jahr geblieben ist und was das nächste bringen mag, in Ritualen und Traditionen aufrecht zu erhalten. Man kann sagen, „Folk am Fierten“ hat eine zutiefst psychologische Bedeutung. Man kann aber auch genauso gut dagegenhalten. „Nö, es macht einfach nur Spaß.“

Und der Spaß ist es, der die Scharen jedes Jahr – „same procedure“ – am Morgen des vierten Advents zu Maaß strömen lässt, um Volker Bellingröhr, Thomas Baumann und Stefan Lücking Weihnachtslieder und weltliche Gesänge aus allen Herren Länder anstimmen und meistens noch vor der zweiten Strophe unterbrechen zu hören, weil „Folk am Fierten“ nicht nur, aber vor allem ein interaktives Happening ist. Das Publikum meckert und muht zu „Girometta della montagna“ als Zicklein und Ochsen in musikalisch-alpiner Kulisse, klatscht zu 99 Prozent an der richtigen Stelle im Irish Folk-Song über die „Belle“ von Belfast City – bei irgendeinem hapert’s immer mit dem Rhythmusgefühl –, singt sich tischweise durch das Kettenlied „Twelve Nights of Christmas“.

Und es lässt das Whiskeyglas bei Finnegan’s Wake fliegen... Von wegen: Dieses Jahr fiel Finnegan nicht von der Leiter. „Wir haben den Text verloren“, behauptet Bellingröhr, beruft sich auf eine „ältere Fassung aus dem Stadtarchiv Dinslaken“: „Karl Heinz Kowalski sein Beerdigungskaffee“. Die Ruhrpott-Version des irischen Songs könnte ein neuer Klassiker werden. Die Damen bei Maaß rufen ein zuckersüßes „Streuselkuchen“, die Männer antworten mit dem Ruf nach „Doppelkorn!“. Derweil laufen sich die Heiligen Drei Könige auf dem Weg nach Köln die Füße wund.

Besinnliche Momente sind Pont Neuf angenehm suspekt. Jedoch wird alljährlich der „Tote des Jahres“ geehrt. In diesem Jahr sind es gleich zwei: John Renbourn von Pentangle und Simon Cowe von Lindisfarne. Deren „Fog on the Tyne“ wird nicht nur für das befreundete Shanty-Trio aus dem am besagten Fluss gelegenen Hartlepool aufgezeichnet, sondern auch für die hiesige Region bearbeitet: „Der Nebel vom Rhein, der muss sein, der Nebel am Niederrhein.“ Das Publikum bei Maaß geht begeistert mit. Wer braucht da noch weiße Weihnachten.

Folk am Fierten 2014

Es ist wieder soweit und alles ist ganz anders:

Folk am Fierten 2014

Folk am Fierten – das feierliche Jahresendleiern und Saisonabschlußdudeln mit massenhaft Besinnlichkeit –
dieses Jahr am 21. Dezember um 11:30 Uhr
in der Gaststätte Maaß, Am Neutor 1, 46535 Dinslaken

Und das schreibt die Presse:

Viele alte und teils sehr kuriose Musikinstrumente hängen in der Gaststätte Maaß von der Decke. Aber das, was Pont Neuf an Gitarren, Mandolinen, Drehleiern, Flöten, Whistles, Kastagnetten, Trommeln und Kuriositäten wie eine echte Nasenflöte mitbringen, übertrifft den hauseigenen Fundus bei weitem.
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Alle Jahre wieder Whiskey (NRZ vom 23.12.2013)

Bettina Schack schreibt in der NRZ vom 23. Dezember 2013 über Folk am Fierten im Maaß:

Dinslaken. Wenn Volker Bellingröhr, Thomas Baumann und Stefan Lücking als Folk-Trio Pont Neuf zum Folk am Fierten rufen, weiß man genau, was einen erwartet. Vielmehr, als dass man weiß, wo man es hören wird. Nachdem Hennes Holtbrügge sein Lokal am Altmarkt aufgab, führte Pont Neuf in der Vorweihnachtszeit ein Vagabundenleben wie aus einem ihrer irischen Trinklieder. Fast jedes Jahr wurde das Bier von einem anderen Tresen aus serviert und das Ritual der wiederkehrenden Lieder machte nicht nur Spaß, es gab dem Publikum, das den Multiinstrumentalisten treu folgte, geradezu Halt.

Nun ist Folk am Fierten am Neutor angekommen, hier kann es bleiben: Maaß ist nicht nur eine Traditionskneipe schlechthin, man sagt auch, sie sei Thomas Baumanns verlängertes Wohnzimmer. Und für Pont Neuf könnte das Ambiente auch kaum passender sein: Die Musiker, die bei ihren Konzerten ganze Batterien historischer und /oder kurioser Instrumente um sich scharen, drohen sich auf der winzigen Bühne von Maaß die Köpfe an den Zithern, Mandolinen oder Kampfdudelsäcken zu stoßen, die dort als Dekoration von der Decke hängen. Wären diese Instrumente nicht schon lange halb kaputt und unspielbar, Pont Neuf könnten sich ihr musikalisches Werkzeug von den Balken pflücken.

So müssen sie selber mitbringen, was sie haben: Leier und Bodhran, Gitarren und Mandolinen, krumme Hörner und gerade Flöten, rasselndes Obst und singende Hawaiigitarren, die dann sogar ausnahmsweise unter Strom stehen dürfen. Unter Strom stehen die drei Sänger und Musiker ja auch. Volker Bellingröhr und Thomas Baumann sowieso mit ihren schrägen Sprüchen und Witzen, auf deren Alter die beiden äußersten Wert legen. Und Stefan Lücking, wenn er mal nicht der stille, lyrische Typ im Trio ist, sondern seine Tanzbeine mit ihm durchgehen.

Bei Maaß serviert Inge Matjesbrötchen zu den mit rauen Stimmen a capella gesungenen Shanties. Ansonsten alles wie gehabt und wie es sein soll: Volker Bellingröhr begrüßt das Publikum auf niederländisch, Dick Darbys Mutter ist immer noch eine Hexe, die Maid vom County Down und die Belle aus Belfast City wetteifern um ihre Schönheit und auf Finnegans vermeintlicher Beerdigung fliegt das Whiskeyglas mit „whroooms“.

Die Franken bei der letzten Tour hätten betroffen geguckt, als er gesagt habe, dass dem Niederrheiner nichts über eine schöne Beerdigung ginge, erklärt Volker Bellingröhr. Es bleibt der einzige Kulturschock zwischen „Guantanamera“ und makedonischen Volksliedern. Und der Tote des Jahres? Natürlich Paul Kuhn, wer konnte sonst Pont Neuf beim Wunsch nach Bier so aus der Seele sprechen wie der Mann am Klavier.

Folk am Fierten – dieses Jahr im Maaß

Pont neuf – Foolk am Fierten

Süßer die Säcke nie dudeln, als wie wenn’s am Fierten erFolkt!
Jahresabschlusspalaver mit jede Menge olle Gags, unserem Honneur an den/die berühmte/n, tote/n Musiker/in des Jahres und überhaupt …!

Folk am Fierten – dieses Jahr am 22. Dezember 2013 ab ca. 11:30 Uhr
in der Gaststätte Maaß, Am Neutor 1, Dinslaken

Die Presse berichtet …

Sowohl Rheinische Post als auch NRZ haben über den diesjährigen Folk am Fierten berichtet. Bettina Schacks Artikel in der NRZ gibt es auch online unter dem Titel »Alle Jahre wieder Whiskey«.

Ein letztes Trinklied bei Hennes an der Theke

Florian Langhoff berichtet in der Rheinischen Post von Pont neufs letztem Auftritt bei Hennes in der Gaststätte Holtbrügge (online am 20.12.2010):

Dinslaken (RP) Mit einem Trauermarsch zieht das Trio „Pont neuf“ in die Räume der Gaststätte Haus Holtbrügge ein. Die Kneipe von Wirt Johannes Hennes Holtbrügge wird zum Ende des Jahres geschlossen und so gibt es zum letzten Mal Folk am Fierten zum vierten Advent.

Aber Trübsal blasen ist deswegen nicht angesagt, stattdessen soll noch ein mal richtig gefeiert werden. Dazu braucht es die richtigen Vokabeln. Das „letzte Mal“ erklären die drei Musiker von „Pont neuf“ kurzerhand zum „hennesten Mal“. Dann fordern sie die Zuschauer auf, statt einem mitleidigen „Ohh!“ doch lieber ein freudiges „Ahh!“ hören zu lassen, wann immer der besagte Umstand erwähnt wird. Das allein sorgt schon dafür, dass niemand in traurige Stimmung verfällt.

Aber es gibt ja auch noch musikalisch etwas zu hören. Thomas Baumann, Volker Bellingröhr und Stefan Lücking spielen sich durch sieben Jahrhunderte Musikgeschichte. Das auch noch in mehreren Sprachen. Da erklingen lateinische Texte, französische Lieder und englische Songs. „Gelato al limon“ wollten die drei Musiker auch noch singen. „Aber wir dachten uns, da hier demnächst eine Pizzeria einzieht, ginge das ja gar nicht“, sagt Thomas Baumann und serviert seine deutsche Übersetzung des Liedtextes mit linguistischem Ruhrpott-Charme. „Boah, Mädchen, ey. Zitroneneis!“

Da kann man doch als Frau nur schwach werden. Und auch das Publikum bindet das Trio mit ein. Da werden Zuschauer rekrutiert, um mit Holzschuhen den Takt vorzugeben, mitzuklatschen oder das Lied “The twelve days of Christmas” mitzusingen. Beim Höhepunkt „Guantanamera“ findet sich schließlich eine ganze Rhythmusgruppe mit Rasseln, Kuhglocken und einem quietschenden Gummitier neben dem Trio ein. Als Höhepunkt gibt es dazu noch eine kleine Lesung von Lars Helmer. Der Dramaturg der Burghofbühne hat eine Geschichte über den Weihnachtsmarkt in der fiktiven Ortschaft Stenkelfeld mitgebracht.

Dieser wird, durch Beteiligung verschiedener militanter Gruppen und eines Motorrad-Clubs binnen Minuten zum Schlachtfeld. Die Zuschauer im Haus Holtbrügge kommen aus dem Lachen kaum noch heraus und Helmer erntet einen besonders kräftigen Applaus. Am Schluss heißt es dann aber doch Abschied nehmen von Haus Holtbrügge. Das Trio „Pont neuf“ schleicht sich zu Hennes hinter die Theke und spielt ein letztes Trinklied. Der Wirt zapft derweil munter weiter.

Ein letztes Trinklied bei Hennes an der Theke

 BüttnerFlorian Langhoff berichtet in der Rheinischen Post von Pont neufs letztem Auftritt bei Hennes in der Gaststätte Holtbrügge:

Da kann man doch als Frau nur schwach werden. Und auch das Publikum bindet das Trio mit ein. Da werden Zuschauer rekrutiert, um mit Holzschuhen den Takt vorzugeben, mitzuklatschen oder das Lied “The twelve days of Christmas” mitzusingen. Beim Höhepunkt „Guantanamera“ findet sich schließlich eine ganze Rhythmusgruppe mit Rasseln, Kuhglocken und einem quietschenden Gummitier neben dem Trio ein.

Folk am Fierten – zum letzten Mal bei Hennes

Folk am Fierten, das legendäre Jahresabschlusskonzert von Pont neuf, findet dieses Jahr zum letzten Mal bei Hennes in der Gaststätte Holtbrügge (in Dinslaken anne Kirche) statt.

Folk am Fierten
am 19. Dezember 2010
um 12.01 Uhr

(Einlass ab 11.30 Uhr)

Pont neuf bei Holtbrügge im Oktober 2010

Zum letzten Mal bei Hennes!
(Dinslaken, Duisburger Str. 32)

Wir bitten um eine dem traurigen Anlass angemessene Bekleidung.
Von Beileidkundgebungen und Kranzspenden am offenen Zapfhahn ist abzusehen.

Im Anhang gibt es ein Plakat zum Ausdrucken und Verteilen.

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